Worin besteht das spezielle Aus- und Weiterbildungsangebot des C.G.Jung-Instituts?

Die Analytische Psychologie wurde von Carl Gustav Jung begründet und gehört zusammen mit der Psychoanalyse Freuds und der Individualpsychologie Adlers zu den klassischen tiefenpsychologischen Richtungen. Das Besondere am Ausbildungsangebot des C.G. Jung-Institutes Berlin haben wir hier zusammengefasst. Wenn Sie mehr über die Analytische Psychologie erfahren möchten, finden Sie auf der Webseite der DGAP ausführliche Informationen dazu.

Welche Verbindung besteht zwischen dem IfP Berlin und dem C.G.Jung-Institut Berlin?

Das IfP und das JIB sind unabhängige, aber eng kooperierende gemeinnützige Vereine. Das IfP bildet das „Dach“ für drei Fachgruppeninstitute:

  • Edith-Jacobson-Institut (EJI)
  • C.G. Jung-Institut Berlin e.V. (JIB)
  • Psychoanalytisches Institut Berlin (PaIB)

Diese drei Fachgruppen haben ihre Aus- und Weiterbildungen an das IfP delegiert. Das heißt, das IfP organisiert und verantwortet die Aus- und Weiterbildung – und das seit mehr als 70 Jahren. Die Dozent*innen, Supervisor*innen und Lehranalytiker*innen/Lehrtherapeut*innen kommen dabei aus den einzelnen Fachgruppen, in unserem Fall aus der Fachgruppe Analytische Psychologie. Ein Teil der Aus- und Weiterbildung erfolgt gemeinsam mit den anderen Fachgruppen. Alle drei Institute haben die gleiche Adresse wie das IfP und teilen sich die Räumlichkeiten in der Goerzallee (Lichterfelde) und der Hauptstraße (Schöneberg).

Wie unterscheiden sich die jungianschen Aus- und Weiterbildungen von den anderen Aus- und Weiterbildungen im IfP?

Das C.G.Jung-Institut ist eins von drei Instituten innerhalb des Instituts für Psychotherapie Berlin (IfP), das Aus- und Weiterbildung anbietet. Das PaIB orientiert sich an den Theorien von S. Freund und Nachfolger*innen, das EJI bietet Aus- und Weiterbildung für Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen an.

Was kostet die Aus- oder Weiterbildung?

Das C. G. Jung-Institut Berlin ist (wie das IfP Berlin) ein gemeinnütziger Verein und nicht an Gewinnerwirtschaftung orientiert. Den  Semester- und Prüfungsgebühren sowie den Honoraren für Lehranalyse/Lehrttherapie und Supervision stehen im dritten Teil der Aus- und Weiterbildung Einnahmen aus den Ausbildungstherapien gegenüber. Mehr Informationen und Beispielberechnungen finden Sie auf der Webseite des IfP Berlin.

Wenn ich eine tiefenpsychologische Aus- und Weiterbildung machen möchte, wie und wann muss ich mich für eine Fachrichtung (Analytische Psychologie oder Psychoanalyse) entscheiden?

Die Teilnehmer*innen des Ausbildungsgangs tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie im IfP wählen zu Beginn ihren*ihre Lehranalytiker*in bzw. Lehrtherapeut*in entweder aus der Fachrichtung Analytische Psychologie oder der Fachrichtung Psychoanalyse. Wichtig wird diese Wahl für die Zugehörigkeit zu einer der Fachgesellschaften (DGAP/IAAP oder DPG/IPV).

Kann ich auch eine jungianisch ausgerichtete Aus- und Weiterbildung zum*zur Analytischen Kinder- und Jugendlichentherapeut*in (AKJP) machen?

Ja. Die Aus- und Weiterbildung zum*zur AKJP wird innerhalb des IfP von der Fachgruppe der Analytischen Kinder- und Jugendlichentherapeut*innen angeboten, die zum Edith-Jacobsen-Institut (EJI) gehören. Mit der Wahl eines*einer Lehranalytiker*in aus der Fachrichtung Analytische Psychologie wählen Sie einen jungianischen Schwerpunkt Ihrer AKJP-Ausbildung. Sie können nach dem Abschluss als Analytischer*Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*in Mitglied im JIB (und natürlich im EJI) werden.

Das IfP bietet zudem für alle Fachrichtungen die sog. „Doppelausbildung“ an – Sie können die Aus- und Weiterbildungen für Erwachsene und Kinder/Jugendliche gemeinsam/parallel erwerben.

Welche Literatur eignet sich zum Einstieg?

  • Murray Stein zeigt in dem Buch „C.G. Jungs Landkarte der Seele“ (2019) Grundzüge der Psychologie von C.G. Jung auf. Verena Kast schreibt: „In seiner Übersicht ist es Murray Stein gelungen, auch komplizierte theoretische Zusammenhänge so darzustellen, daß sie verständlich sind und dennoch auch fundiert bleiben.“
  • Das Buch unseres Mitglied Claus Braun: „Die therapeutische Beziehung. Konzept und Praxis in der Analytischen Psychologie C.G. Jungs“ (2016) bietet einen breiten Überblick über die wesentlichen jungianischen Theoriekonzepte, verbunden mit einer ausführlichen Falldarstellung.
  • Das reich illustrierte Standardwerk „Der Mensch und seine Symbole“ von Jung, von Franz, Henderson, Jacobi und Jaffé (2003) eignet sich ebenfalls als Einstieg. Genauso wie das Buch „Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung“ (1993), herausgegeben von Aniela Jaffé.
  • Die jungianische Analytikerin Ursula Wirtz veröffentlichte 2000 einen „Brief an C.G. Jung. Was ich Ihnen schon immer sagen wollte.“ im Walter-Verlag, den Sie auch online auf der Webseite von Frau Wirtz finden.
  • Eine empfehlenswerte kritische Außenbetrachtung hat Micha Brumlik mit dem Buch „C. G. Jung zur Einführung“ (2004) vorgelegt.
  • Das Buch „C. G. Jung im Gespräch: Reden, Interviews, Begegnungen“ enthält lesenswerte historischen Dokumente, Artikel und Interviews. Es wurde von Robert Hinshaw und Lela Fischli 2003 herausgegeben.
  • Als Einstieg ins Thema „Psychoanalytische Richtungen“ eignet sich das Buch „Die Spiele der Analytiker – Freud, Jung und die Analyse“ von Rudolf Blomeyer (1982). Es ist antiquarisch erhältlich, er schreibt u.a. über den „Prophetenstreit“ zwischen Freund und Jung und das Verhältnis der Fachrichtungen untereinander.
  • Wenn Sie sich nicht nur für C.G. Jung, sondern auch für postjungianische Theorien und Richtungen interessieren, können Sie mit dem Buch: „Jung und seine Nachfolger“ (1989) von Andrew Samuels beginnen. Mario Jacoby schreibt zu dem Buch: „Ein fundierter Überblick über die wesentlichen Gedanken C.G. Jungs, deren Modifikationen durch die verschiedenen Jung’schen ‚Schulen‘ und über die neueren Entwicklungen der Psychoanalyse nach Freud. Das ungeheure Wissen, das hier ausgebreitet wird, ist nur die Basis für Samuels vergleichenden Ansatz, für das belebende Suchen nach Parallelen und Unterschieden. Der Autor möchte zeigen, wo und in welchem Ausmass Psychoanalyse und Psychotherapie heute tatsächlich ‚jungianisch‘ sind, ohne es zu merken oder wahrhaben zu wollen.“
  • Einen guten Überblick in englischer Sprache gibt das Buch „The Cambridge Companion to Jung“ (2008) herausgegeben von Polly Young-Eisendrath und Terence Dawson.
  • Eine umfangreiche Literaturliste unserer Fachrichtung, unterteilt nach Aus- und Weiterbildungsabschnitten, hat Dr. Claus Braun zusammengestellt.

Wie kann ich mehr über die Geschichte der Analytischen Psychologie und C.G.Jungs Verhältnis zum Nationalsozialismus erfahren?

Titelseite des Jung-NS-Readers

Cover des Readers „C.G. Jung und der Nationalsozialismus“, 1997

Wie kann ich herausfinden, ob die Aus-und Weiterbildung des C.G.Jung-Instituts sich für mich eignet?

  • Einen ersten Eindruck geben die Veranstaltungen im aktuellen Vorlesungsverzeichnis. Die Veranstaltungen der Fachrichtung Analytische Psychologie sind mit dem Kürzel „AP“ gekennzeichnet.
  • Sie haben die Möglichkeit, ein Gastsemester (wenn Sie bereits einen Abschluss haben) oder Orientierungssemester (wenn Sie noch studieren) zu absolvieren. In diesem Semester können Sie viele Veranstaltungen besuchen, das Institut und die Lehrenden kennenlernen und danach entscheiden, ob Sie sich bewerben möchten. Mehr Informationen und das Bewerbungsformular finden Sie auf der IfP-Webseite unter Bewerbung.
  • Und Sie können natürlich gern zu unseren regelmäßigen Informationsveranstaltungen kommen und unsere (i.d.R. zertifizierten) Veranstaltungen besuchen.
  • Das C.G.Jung-Institut beteiligt sich auch jährlich mit den anderen Berliner Psychoanalytischen Instituten an der „Langen Nacht der Psychoanalyse“ im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften. Wir laden Sie herzlich ein, vorbeizuschauen.

Wo finde ich die Lehranalytiker*innen/Lehrtherapeut*innen und Supervisor*innen des JIB?

Die Übersicht finden Sie für den Bereich Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche auf der Webseite des IfP. Achten Sie auf die Personen, bei den das Kürzel DGAP steht.

Welche Dozent*innen sind innerhalb der Aus- und Weiterbildung tätig?

Derzeit sind in der Fachgruppe Analytische Psychologie ca. 35 Dozent*innen tätig. Dazu kommen wechselnde Gastdozent*innen, so gibt es zum Beispiel einen Dozentenaustausch mit dem C.G. Jung-Institut Stuttgart. Veranstaltungen finden zum Teil gemeinsam mit anderen Fachrichtungen statt, im IfP sind derzeit mehr als 100 Dozent*innen tätig. Sie finden alle Dozent*innen am Ende des aktuellen Vorlesungsverzeichnisses (die der Fachrichtung Analytische Psychologie mit dem Kürzel DGAP). Das Institut ist als gemeinnützger Verein organisiert, die Lehrtätigkeit ist ehrenamtlich.

Was ändert sich mit der Reform der Ausbildung ab 09/2020?

Psychotherapie wird ein eigener Studiengang (Bachelor und Master), der mit einer staatlichen Approbationsprüfung endet. Danach folgt schließt sich eine mehrjährige Weiterbildung in einem anerkannten Psychotherapieverfahren an, zum Beispiel in Psychoanalyse und/oder Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie. Diese Weiterbildung, die voraussichtlich 5 Jahre dauern wird, ist auch Voraussetzung, um die sogenannte Fachkunde zu erlangen. Mit Fachkunde und der Zulassung bei einer Kassenärztlichen Vereinigung als Vertragspsychotherapeut*in ist dann die Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen mit Krankenkassen möglich. Bachelor, Master und Weiterbildung dauern zusammen ca. 10 Jahre (nach heutigem Kenntnisstand).

Es ist eine Übergangsfrist von 12 Jahren für die Absolvierung der bisherigen Psychotherapieausbildung vorgesehen. Diese muss spätestens bis zum Jahr 2032 (Härtefallregelung bis zum Jahr 2035) abgeschlossen sein. Die Übergangsfrist gilt für alle, die entweder:

  • vor dem 1. September 2020 ein Studium begonnen haben, welches zur Zulassung zur heutigen Psychotherapieausbildung berechtigt, oder die
  • irgendwann einmal ein solches Studium abgeschlossen haben, oder die sich
  • bereits in einer Psychotherapieausbildung befinden.

Wenn vor dem 1. September 2020 noch kein entsprechendes Studium begonnen wurde, ist nur die Qualifizierung nach dem neuen Gesetz (Psychotherapiestudium und neue Psychotherapieweiterbildung) möglich. Einzelne psychologische Fakultäten an Universitäten planen Übergangsangebote für diejenigen Student*innen, die sich derzeit im Studium der Psychologie befinden. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Hochschule.

Die DGPT wird in Kürze auf ihrer Webseite www.dgpt.de mehr Informationen dazu veröffentlichen, wie eine psychoanalytische/tiefenpsychologische Weiterbildung an einem DGPT-Institut zukünftig möglich sein wird (Stand: 05/2020).

Wohin kann ich mich bei Fragen wenden?

Was ist die Deutsche Gesellschaft für Analytische Psychologie?

Die DGAP ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft der von C. G. Jung begründeten Analytischen Psychologie und Psychotherapie. Sie wurde 1960 in Stuttgart gegründet. Mit dem Abschluss einer Aus- und Weiterbildung in der Fachrichtung Analytische Psychologie können Sie Mitglied der DGAP und der IAAP, der internationalen Fachgesellschaft, werden.

Wie kann ich einen Einblick in die internationale jungianische Arbeit erhalten?

Interessant sind die Vorträge der Veranstaltung „Verschiebungen nach Innen und Außen“, im Februar 2019 in New York City stattfand. Die eintägige Konferenz mit dem Titel „Verschiebungen nach innen und außen“ war eine Veranstaltung der Jungian Psychoanalytic Association und des Zentrums für Bindungsforschung der Neuen Schule für Sozialforschung in New York City. Sie wurde seitens des Akademischen Komitees der IAAP unterstützt. Die Vorträge und die Abschlussdiskussion wurden aufgenommen. In fünf Videos diskutierten vier Gastredner*innen aus verschiedenen Gebieten das Thema „Verschiebung“ in Vorträgen und in einer abschließenden Podiumsdiskussion. Folgen Sie dem Link zur DGAP für mehr Details und den Links zu den Videos (in englischer Sprache).